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Geschichte des Skigebietes Obertauern

Skifahren auf historischem Boden im Salzburger Land

Die Geschichte Obertauerns beginnt lange bevor die ersten Skifahrer die traumhaften Hänge der Gegend für sich entdeckten. Vor rund 2400 Jahren ließen sich keltische Siedler an der heutigen Grenze zwischen Pongau und Lungau nieder. Mit der Ankunft der Römer entstand die römische Staatsstraße, die über den Tauernpass führte und Italien mit Juvavum, dem heutigen Salzburg, verband. Ab etwa 100 v. Chr. nützten die Römer die Straße über den Pass für regen Handelsverkehr.

Nach Zusammenbruch des Römischen Imperiums um etwa 500 n. Chr. siedelten sich in der Region Obertauern vor allem bajuwarische Stämme an. Bis ins Frühmittelalter regierten bayerische Grafen die Tauern, das Erzbistum Salzburg erlangte erst im 13. Jahrhundert seine Unabhängigkeit. Die erste urkundliche Erwähnung der Radstädter Tauern wird auf das Jahr 1207 datiert. Ein Dokument aus dem Jahr 1224 belegt die Existenz eines Kirchleins an der Tauernscharte. 1517 werden erstmals zwei Gastwirtschaften am Tauern erwähnt. Dieser erste schriftliche Beleg für „Tourismus“ in Obertauern bezieht sich auf die „zween Wirten am Tauern“. Diese wiederum sind noch heute als Gastwirtschaften Schaidberg und Wisenegg bekannt.

Während der barocken Blütezeit Salzburgs erlebte auch die Region Obertauern einen Aufschwung: 1764 wurde die erste Poststation in Untertauern eröffnet, die in der Folge für einen regen Austausch über die Alpen hinweg sorgte.

Die ersten Touristen in Obertauern waren – wie könnte es anders sein – Skifahrer. Im Jahr 1902 erstmals erwähnt, kommt der Tourismus in den Tauern jedoch erst nach Ende des Ersten Weltkriegs so richtig in Schwung. In den 1920er Jahren nehmen die Skitouristen noch den beschwerlichen Weg zu Fuß nach Obertauern auf sich, um die darauffolgende lange Abfahrt umso mehr zu genießen. Interessant: Die Anfänge des Tourismus in Obertauern liegen nicht, wie vielleicht vermutet, im Wintertourismus. Die meisten Touristen strömten anfangs während der Sommermonate nach Obertauern. Zwischen 1925 und 1927 finden in der Region die ersten Tauernrennen für Autos und Motorräder statt.

Als wintertouristischer „Geburtstag“ von Obertauern ging schließlich der 8. Dezember 1929 in die Geschichte des Ortes ein. An diesem Tag startete der erste fahrplanmäßige Winterverkehr über den Tauernpass. Der Zweite Weltkrieg markiert wiederum eine Zäsur in der Entwicklung des Wintersports in Obertauern. Von 1948 bis in die 1960er Jahre bedeutete Schnee- und Pistenvergnügen noch harte Arbeit: Die Piste wurde von den Skiläufern selbst getreten, dafür gab es dann pro Stunde drei Freifahrkarten. 1950 wurden die ersten Tellerschlepplifte installiert sowie die Straßen- und Lawinenverbauungen ausgebaut. Zwischen 1952 und 1961 entstand eine ganze Reihe moderner Seilbahnen und Schleppliftanlagen.

1962 war es dann schließlich soweit: „Obertauern“ wird als offizieller Ortsname eingetragen. Im darauffolgenden Jahr wurde die erste motorisierte Pistenraupe Österreichs in Obertauern in Betrieb genommen.

Die „Schifahrende Volksschule“ von Obertauern wird berühmt, nachdem sie neben den normalen Fächern „Skifahren“ mit in den Lehrplan nahm.

Berühmtheiten anderer Art beehrten Obertauern im Jahr 1965: Die Beatles produzierten einen Teil des legendären Films „Help“ vor der traumhaften Kulisse Obertauerns. Zwei Jahre darauf revolutionierten Schubraupen den Pistenbau und ermöglichten durch umfassende Geländeveränderungen breitere Abfahrten. Folglich konnten ab diesem Zeitpunkt mehr Touristen den Winterspaß in Obertauern genießen. Durch die Verbindung einiger Liftanlagen entstand 1969 eine Vorstufe der heutigen Tauernrunde. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wurde Obertauern als moderner und beliebter Wintersportort bis weit über die Grenzen Österreichs hinaus bekannt.

1985 wurde die erste Beschneiungsanlage in Obertauern in Betrieb genommen. Fortan konnte den Skitouristen Schneesicherheit während der ganzen Saison garantiert werden. Zwischen 1991 und 1998 sorgte der Bau einer Flutlichtanlage für Furore und stets gut gefüllte Pisten – ab diesem Zeitpunkt auch bis spät abends.

Obertauern ist eine Hochburg des Skisports geworden: Top-modern, mit 100 Kilometern bestens präparierter Pisten, 26 modernen Skiliften, Beschneiungsanlagen und einem berührungslosen Skipasssystem. Zudem sorgen Brücken über die Katschberg-Bundesstraße für ununterbrochenes Skivergnügen. Ausgestattet mit modernster Infrastruktur präsentiert sich die Region Obertauern heute als eines der bekanntesten Skigebiete Österreichs Und mit Sicherheit auch als eines der beliebtesten.

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